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Kaffee, Kaffeesorten und die Kaffeepflanze

In Deutschland entscheiden sich 90% für eine Tasse Kaffee  zum Frühstück, Büro oder Kaffeetrinken nachmittags, das macht 320 Millionen Tassen täglich. Kaffee ist damit hierzulande, noch vor Bier, das Volksgetränk Nummer eins. Im Durchschnitt trinkt jeder Deutsche 4 Tassen Kaffee am Tag, das entspricht 160 Liter bzw. 6,7 Kilo pro Jahr. Kein Wunder also, das Deutschland nach den USA das zweitwichtigste Kaffeeimportland der Erde ist. Die Kaffeeindustrie in Deutschland ist sehr hochkonzentriert. Sechs große Kaffeeanbieter und Kaffeeröster teilen sich 85% des Gesamtumsatzes. In Deutschland sitzt auch der weltweit größte Kaffeeimporteur, die Bernhard Rothfos GmbH in Hamburg. Sie beliefern u.a. Aldi (Albrecht Kaffeerösterei ca. 20% Marktanteil in Deutschland) und Eduscho (seit 1997 der Tchibo Holding zugehörig).




Brasilien ist der größte Kaffeeproduzent der Welt mit 1,772 Mio. Tonnen Kaffeebohnen, was ca. 25 % der Welternte ausmacht, die bei 7,300 Mio. Tonnen pro Jahr liegt. Weitere große Kaffeebohnenproduzenten von verschiedensten Kaffeesorten sind Vietnam, Kolumbien, Indonesien, Elfenbeinküste, Mexiko, Indien, Guatemala, Äthiopien, Uganda, Costa Rica, Honduras, Peru und El Salvador. Die bedeutensten Hauptabnehmerländer sind weltweit die USA, Deutschland, Frankreich, Japan und Italien

Kaffee ist nach Erdöl das zweitwichtigste Welthandelsprodukt und wird mittlerweile in fast 80 Ländern der Erde angebaut. Weltweit sind rund 25 Millionen Menschen direkt mit Kultivierung, Transport, Verarbeitung und Vertrieb von Kaffee beschäftigt. Und noch immer ist Kaffee eine Kolonialware. Fast nur Länder aus der sogenannten Dritten Welt produzieren den Rohkaffee, verarbeitet und konsumiert wird der kostbare Stoff in den reichen Industriestaaten. Vom Kaffee hängen ganze Volkswirtschaften ab.
 


Kaffee - Kaffeesorten Arabica und Robusta


Die beiden wichtigsten Arten des Kaffeestrauches heißen Coffea arabica und Coffea canephora, auch Robusta genannt. Die Kaffee Arabica Sorte stammt ursprünglich aus dem äthiopischen Hochland. Sie liefert qualitativ hochwertige Bohnen und wird heute praktisch überall entlang des Äquators angebaut. 

Kaffeebohnen

Die zweite weit verbreitete Art namens Coffea canephora (Robusta) stammt aus Uganda und wurde erst 1860 entdeckt, also zu einer Zeit, als man schon lange Kaffee trank. Ihre Bohnen sind weniger aromatisch. Dafür ist die Pflanze aber widerstandsfähiger und deshalb leichter anzubauen. Für die handelsüblichen Röstkaffees verwendet man meist eine Mischung aus beiden Arten.

Die Kaffeepflanze ist einen Strauch oder einen 4 bis 8 Meter hoher Baum, der kirschenartige Früchte trägt. Eine Besonderheit der Kaffeepflanze ist, daß sie gleichzeitig Kirschen von unterschiedlichem Reifegrad und Blüten tragen kann. Die unreifen Früchte (Kaffeekirschen) sind grün, die reifen sind rot. Die Pflanze ist sehr empfindlich gegen Frost, verträgt aber auch Temperaturen über 30°C nur sehr schlecht. Deshalb gedeiht sie im Hochland (ab 300 bis etwa 1000 Meter) in der Nähe des Äquators am besten.  Eine der besten Kaffees der Welt kommen aus Jamaika (der Jamaika Blue Mountain Kaffee) und aus Hawaii (der Hawaii Kona Extra Fancy Kaffee)



Hawaii Kona Extra Fancy Kaffee     Jamaika Blue Mountain Kaffee

Hawaii Kona und Jamaika Blue Mountain Kaffee

Ist das Koffein im Tee leichter verträglich als das im Kaffee?

Nein. Das Koffein wirkt gleich, unterschiedlich sind nur Menge und Begleitstoffe. Zunächst enthält eine Tasse Tee durchweg weniger Koffein als eine Tasse Kaffee (ca. 50 mg gegenüber ca 80 mg). Au§erdem fehlen dem Tee die magenreizenden Röststoffe des Kaffees, deswegen ist Tee auch besser bekömmlich. Die Faustregel, daß Tee bei einer Aufbrühzeit von über drei Minuten beruhigend wirkt, stammt daher, daß sich nach längerer Einwirkzeit des Wassers auf das Teeblatt vermehrt die beruhigenden Polyphenole (auch als Gerbstoffe bezeichnet) lösen. Das schnell wasserlösliche Koffein gelangt dagegen zu Anfang vermehrt ins Teewasser.

Studie: Was eine heiße Tasse Kaffee bewirkt

Washington (dpa) ­ Mit warmen Händen haben wir auch warme Gefühle für unsere Mitmenschen.

In einer Studie stellten die US-Forscher Lawrence Williams und John Bargh fest, dass körperliche Wärme ­ hervorgerufen beispielsweise durch das Halten einer warmen Tasse ­ zwischenmenschliche Urteile und das Sozialverhalten positiv beeinflusst. Ihre Ergebnisse veröffentlichen sie, im US-Fachjournal «Science» (Bd. 322, S. 606) vom Freitag.

In einem ersten Versuch gaben die Forscher 41 Probandinnen eine Tasse Kaffee zu halten, während sie deren Personalien notierten. Manchmal war der Kaffee heiß, manchmal kalt. Anschließend bekamen die Probandinnen eine Kurzbeschreibung eines Menschen. Frauen, die zuvor den heißen Kaffee gehalten und daher warme Hände hatten, urteilten später deutlich positiver über die beschriebene Person als jene Frauen mit kalten Händen. Die körperliche Wärme führte dazu, dass die Frauen den Beschriebenen als selbstloser und liebevoller einschätzten.

Ein zweiter Versuch zeigte, dass die physische Wärme auch das Verhalten der befragten Personen beeinflusst. Hier sollten die Probanden als Lohn für die Teilnahme am Experiment entweder ein kleines Geschenk für sich selbst oder einen Geschenkgutschein für einen Freund aussuchen. Probanden mit warmen Händen wählten deutlich häufiger das Geschenk für einen Freund. Jene mit kalten Händen beschenkten sich vorzugsweise selbst.

Die Ergebnisse von Williams (Universität Colorado in Boulder) und Bargh (Yale Universität in New Haven, US-Staat Connecticut) unterstützen die Vermutung, dass in der Inselrinde, die Teil der Großhirnrinde ist, sowohl physisches als auch psychologisches Wärmeempfinden verarbeitet werden. Demnach sind diese beiden Empfindungen auch eng verknüpft. Die Studie hilft zudem zu verstehen, warum bei Tier und Mensch körperliche Nähe und Wärme im Kindesalter unverzichtbar für eine gesunde emotionale Entwicklung und funktionierende zwischenmenschliche Beziehungen sind.

Kaffee oder Tee?

Was banal klingt, läßt tief blicken. Die Wahl zwischen den zwei Heißgetränken ist nicht nur eine Frage des Geschmacks - sondern auch des CharaktersDie Rollen sind klar verteilt: Kaffeetrinker, das sind aufgeputschte US-Polizisten, gestreßte Künstler und übernächtigte Workaholics. Am Tee hingegen nippen die Queen und gesundheitsbewußte Asia-Fans.Um herauszufinden, was wirklich dran ist am Image der beiden Fraktionen, hat der Psychologieprofessor Alfred Gebert aus Münster die Unterschiede wissenschaftlich untersucht. Das Ergebnis: Kaffee oder Tee ist tatsächlich nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern vor allem der Lebenshaltung. "Sie werden keinen Chaoten finden, der Tee trinkt. Die Chaoten sind immer auf der Kaffee-Seite", sagt Gebert. Dafür seien Kaffeetrinker aber oft vielseitiger und hätten die originelleren Ideen, die sie erfolgreicher machten als die Gegenpartei.Menschen hingegen, die Assam oder Darjeeling bevorzugen, sind "fast bürokratisch ordentlich, häufig introvertiert und konservativ." Außerdem haben sie weniger, dafür aber engere Freunde als Kaffeeliebhaber. Sie lebten oftmals ruhiger und gesünder, agierten gelassener, seien zuverlässiger und gewissenhaft. Selten hat ein Klischee seiner wissenschaftlichen Überprüfung so gut standgehalten.

In Deutschland antworten auf die Frage "Kaffee oder Tee?" zur Zeit 87 Prozent mit "Kaffee". Er ist mit jährlich 153 Litern pro Kopf das beliebteste Getränk der Nation, noch vor Wasser und Bier. Grüner und schwarzer Tee sind da mit 26 Litern weit abgeschlagen und stehen in der Weltrangliste sogar nur auf Platz 34.

Trotzdem haben die beiden Getränke eines gemein: Sie sind der Alltagstreibstoff, der uns durch Koffein am Laufen hält. Kaffee und Tee bringen den Kreislauf in Schwung und sorgen bewiesenermaßen für gute Laune. Und weil das Koffein die Gehirndurchblutung steigert, kann man sich auch noch besser konzentrieren. Mehr Infos hier

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